23.05.2026 –, Zirkuszelt Sprache: Deutsch
Es geht um die politische Ökonomie der DDR: was wurde versprochen, was wurde gebrochen, warum ist der Realsozialismus gescheitert? Und was können wir daraus für die nächsten Versuche lernen?
„So wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben“ - Losungen wie diese verschoben das Versprechen des glückvollen Lebens im Realsozialismus in die Zukunft. In der mechanistischen Gesellschaftsauffassung der DDR-Parteieliten sollte das Volkseigentum der zentrale Ort sein, an dem sich ein Produzentinnen- und Eigentümerinnebewusstsein herausbildet. Doch das Volkseigentum blieb als de facto Staatseigentum schlecht vergesellschaftet, was sich in den Subjekten in hybriden Verarbeitungsformen niederschlug: geisterhaften Mischformen mit autoritären wie emanzipatorischen Zügen.
Im Vortrag werden die ideologischen Anrufungen des Volkseigentums rekonstruiert und deren Wirkung in Bezug auf den aktuellen Rechtsruck bis in die Gegenwart nachvollzogen.
Dominik Intelmann forscht zur politischen Ökonomie Ostdeutschlands und den damit verbundenen Subjektivierungsformen.
