23.05.2026 –, Reh 1 Jazyk: Deutsch
Warum Gesellschaft, Ökonomie oder Subjekt in einer Kritischen Theorie des Rassismus nicht fehlen dürfen
In den meisten Antidiskriminierungsorganisationen, Diversity-Stabstellen und sogar autonomen linken Gruppen finden wir ein liberales oder postkoloniales Verständnis von Rassismus und der damit verbundenen Antirassismusarbeit. Dieses ist immer mit der Idee der Diversität, Inklusion und Repräsentation verbunden. Dabei sehen liberale Antirassist:innen den Rassismus als ein falsches Denken, ein Überbleibsel der Rassentheorie, das man sich mit Reflexion und genug Anti-Rassismus-Training abgewöhnen kann. Dass überproportional viele Menschen mit Migrationshintergrund im Niedriglohnsektor tätig sind und warum rassistische Gewalt gerade in Zeiten der Krise immer zunimmt, wird sich dabei selten gefragt. Um diese Fragen zu beantworten benötigt es ein weitgehenderes Rassismusverständnis als „Diskriminierung gegen Ausländer“
Für eine emanzipatorische und antirassistische Praxis gehört eine Analyse des Rassismus, die sich mit seinen ökonomischen, historischen und sozialpsychologischen Ursachen beschäftigt.
Wir wollen uns in diesem Workshop damit befassen, was Rassismus mit Kapital zu tun hat und der damit einhergehenden Überausbeutung von rassifizierten Menschen. Wie die Freiwilligkeit des rassistische Subjekt im Verhältnis zu objektiven Versprechen gesellschaftlicher Herrschaft steht. Und vor allem wo eine kritische Theorie zwischen den Polen der Identitätspolitik und Abschaffung von Identitäten, den Polen des epistemischen Privilegs der Betroffenen und der erfahrungsfreien Akademie und den Polen der Intentionalität liegen sollte.
Stv. Landesvorsitzende der Linken Saar und DIG Saar, Landessprecherin der Linksjugend Saar, Hauptfeind der Linksjugend BaWü und "kontroverseste Person" in diesem Verband. Laut Dekarldent noch nie ein Buch gelesen, aber ich verspreche, dass das nicht stimmt.
