24.05.2026 –, Reh 2 Sprache: Deutsch
Dieser Vortrag stellt eine kritische Bestandsaufnahme der philosophisch-theoretischen Grundannahmen linker Identitätspolitik dar und fragt nach möglichen Alternativen.
Viele Linke teilen die Welt heute in Unterdrücker und Unterdrückte, in Privilegierte und Diskriminierte. Dabei werden die Menschen immer weniger als Individuen gesehen, sondern nach – teils angeborenen – Identitäten in Gruppen geteilt. Wir sollen uns als Mann oder Frau, weiß oder PoC, cis oder queer begreifen. Immer mehr wird sowohl die linke politische Praxis wie auch das Leben in der linken Szene durch solche Unterscheidungen geprägt. Dieses Denken führt aber immer wieder zu fatalen Simplifizierungen, beispielsweise wenn Israel als Teil des kolonialen, unterdrückerischen Westens gesehen wird und die Hamas als Teil der diskriminierten Unterdrückten und durch dies dazu führt, dass Linke antisemitische Verbrechen verharmlosen.
In diesem Vortrag beschäftigen wir uns mit den theoretischen Grundlagen der linken Identitätspolitik und ihrem Entstehen aus der postmodernen Philosophie. Welche Annahmen liegen der Identitätspolitik an ihrer Basis zu Grunde? Machen diese Thesen Sinn? Was für Alternativen gibt es für die Linke die Welt zu begreifen?
Jan Eufinger hat Sozialwissenschaft und Philosophie studiert. Er arbeitet und promoviert in der Philosophie an der FernUniversität in Hagen. Er ist Mitglied der Gesellschaft für kritische Bildung und schreibt für verschiedene Medien.
